Aktuelles 2021

Singen verboten: Gab es das schon mal?

Das gemeinsame Singen in Kirchen und in Chorvereinen ist in der Schweiz im Moment verboten, zu gefährlich in Zeiten des aggressiven, sich schnell ausbreitenden Covid 19-Virus. Dass wir zurzeit nicht gemeinsam singen dürfen, leuchtet aber allen ein.

 

In der reformierten Kirche gab es schon einmal ein Singverbot, das ist jetzt knapp 500 Jahre her. Der Zürcher Reformator Huldrych Zwingli verbannte 1525 die Musik gleich ganz aus seinen

Gottesdiensten im Grossmünster. Der Grund dafür war damals kein Virus, das sich andernfalls verbreitet hätte. Vielmehr fürchtete der Reformator, dass die Musik das biblische Wort

übertöne: Alles war ihm zu laut und zu pompös. Man sollte dem Gotteswort nur schweigend und andächtig begegnen, in stillem Gebet. Dafür liess der Reformator nicht nur den Gesang

verstummen, er befahl auch den Ausbau von Orgeln – keine Musik sollte mehr die Andacht "stören".

 

Interessant ist die Tatsache, dass damals trotz Zwinglis Singverbot in der Kirche in der Stadt Zürich erstaunlich viele Psalmenbüchlein von Lobwasser verkauft wurden. Die Menschen

pflegten noch das häusliche Singen, man sang diese Lieder zur Erbauung daheim. Das gemeinsame Singen zuhause, das könnte durchaus auch heute, in Corona-Zeiten, eine Option für

singfreudige Familien sein.

Wie könnte die COVID-19 Pandemie enden?

Das ist seriös nicht zu prognostizieren – niemand weiss, wie sich die Pandemie entwickeln wird, ob das Virus weiter mutiert und sich abschwächt. Was man sagen kann: Ein medizinisches Ende ist derzeit nicht in Sicht.

 

Eine Ausrottung ist unwahrscheinlich: Das Virus hat einen tierischen Wirt, von dem es immer wieder auf den Menschen übergehen kann. Die aktuellen Daten zur Immunität und Meldungen zu Zweitinfektionen legen nahe, dass nicht mit einer lebenslangen Immunität gegen das Virus gerechnet werden kann.

 

Ein soziales Ende?

 

Da weltweit der ökonomische Druck wächst und die Menschen eine gewisse „Corona-Müdigkeit“ zeigen, könnte es sein, dass die Coronavirus-Pandemie sozial endet, noch bevor sie medizinisch enden kann. Bereits im Herbst 2020 scheinen viele Menschen das Virus weniger ernst zu nehmen, die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln seltener einzuhalten.

 

Prof. Heiner Fangerau vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universität Düsseldorf kann sich folgendes „Ende“ der Corona-Pandemie vorstellen: „Das Coronavirus wird wie das Influenzavirus und andere ein Begleiter unserer Gesellschaften bleiben. Wir werden uns arrangieren müssen. Das Mantra vom März war „Flatten the curve“ – wenn das weiter verfolgt wird, werden sich die Infektionszahlen auf niedrigem Niveau einpendeln, irgendwann sinkt der Nachrichtenwert und die Aufmerksamkeit für die wenigen Infektionen wird schwinden.“